Ernährung sichern und Bildung stärken im Kongo

Die Demokratische Republik Kongo ist reich an natürlichen Ressourcen, doch Millionen Menschen kämpfen täglich ums Überleben. Klimakrise, Konflikte und Korruption verschärfen die Not. Die Arbeit von Fastenaktion zeigt, wie nachhaltige Landwirtschaft, bessere Ernährung und lokale Solidarität neue Perspektiven eröffnen.

Die Demokratische Republik Kongo ist eines der grössten Länder Afrikas und Heimat von rund 100 Millionen Menschen. Üppige Regenwälder, mächtige Flüsse und fruchtbare Böden prägen weite Teile des Landes. Der Kongo verfügt über enorme Bodenschätze und landwirtschaftliches Potenzial. Und doch ist der Alltag für viele Menschen von Armut und Unsicherheit bestimmt. Besonders dramatisch ist die Ernährungslage: Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet unter akuter Nahrungsmittelunsicherheit.
 

Ursachen einer stillen Krise
Die Gründe für den Hunger sind komplex. Die Klimaerwärmung verändert Regenzeiten und Erntezyklen, Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Gleichzeitig erschweren bewaffnete Konflikte – oft ausgelöst durch den Kampf um wertvolle Rohstoffe – den Zugang zu Feldern und Märkten. Hinzu kommt eine weitverbreitete Korruption, die staatliche Strukturen schwächt und Investitionen in Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft blockiert. Vor allem ländliche Familien tragen die Folgen dieser Krisen.
 

Landwirtschaft als Schlüssel zur Ernährung
Fastenaktion setzt im Kongo dort an, wo nachhaltige Veränderung möglich ist: bei der lokalen Landwirtschaft. Gemeinsam mit Partnerorganisationen unterstützt das Hilfswerk bäuerliche Familien dabei, ihre Ernährung aus eigener Kraft zu sichern. Die Bäuerinnen und Bauern lernen neue Anbaumethoden kennen, die an die lokalen Bedingungen angepasst sind. Sie düngen ihre Felder mit natürlichen Mitteln, setzen auf Fruchtwechsel und schützen so die Böden vor Auslaugung. Die Ernten werden stabiler und ertragreicher.


Fischteiche für gesunde Ernährung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Ernährung, insbesondere von Kindern. Verbessertes Saatgut ermöglicht den Anbau nährstoffreicher Pflanzen. Ergänzend dazu spielen Fischteiche eine zentrale Rolle. Sie liefern wertvolles Eiweiss und wichtige Mikronährstoffe, die in der täglichen Ernährung oft fehlen. Fisch aus eigener Zucht stärkt nicht nur die Gesundheit der Familien, sondern schafft auch zusätzliche Einkommensmöglichkeiten.
 

Solidarität stärkt ganze Gemeinschaften
Die Projekte von Fastenaktion gehen über die Landwirtschaft hinaus. Solidaritätsgruppen helfen Familien, gemeinsam für Gesundheitskosten oder Schulgelder aufzukommen. So wird verhindert, dass Krankheit oder fehlendes Geld den Schulbesuch von Kindern gefährden. 
In Lese- und Schreibkursen werden Frauen gezielt gefördert. Sie gewinnen Selbstbewusstsein, können sich besser informieren, ihre Rechte einfordern und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. So hat sich bisher in insgesamt 4677 Haushalten die Gleichberechtigung der Frauen merklich verbessert.


Unterstützung aus dem Pastoralraum Region Sursee
Die Arbeit von Fastenaktion im Kongo zeigt, dass nachhaltige Entwicklung möglich ist – auch unter schwierigen Bedingungen. Dieses Engagement wird in diesem Jahr konkret unterstützt: Die Kollekten des Pastoralraums Region Sursee zur Fastenaktion fliessen in die Projekte im Kongo. Sie tragen dazu bei, dass bäuerliche Familien ihre Ernährung sichern, Kinder gesünder aufwachsen und ganze Dorfgemeinschaften neue Zukunftsperspektiven entwickeln können.

 

Bild: Fastenaktion