Rathausplatz 1, 6210 Sursee
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Montag bis Freitag
08.30 – 11.30 | 14.00 – 17.00
Der Kreuzweg der Pfarrei St. Georg in Sursee verbindet einen traditionellen Anlass mit Fragen, die auch heute beschäftigen.
Die Pfarrei St. Georg lädt jedes Jahr Kinder und Erwachsene zum Kreuzweg ein. Der Anlass ist jeweils gut besucht, auch wenn diese Form der Andacht auf den ersten Blick aus der Zeit gefallen scheinen mag. Giuseppe Corbino bereitet den Kreuzweg seit Jahren in einem Team vor. Für ihn steht dabei die Auseinandersetzung mit Unrecht und Leid im Mittelpunkt: «Der Kern des Kreuzwegs ist, dass jemand unschuldig zum Tod verurteilt wurde. Noch immer gibt es viele Länder und Geschichten von Menschen, die zu Unrecht gefoltert oder zum Tod verurteilt werden.» Die Frage nach der Gerechtigkeit bleibt für ihn ein wichtiges Anliegen. Im Kreuzweg kann dieses Thema auf unterschiedlichen Ebenen sichtbar werden. Die Stationen helfen den Katechetinnen und Katecheten, verschiedene Fragen von Leid und Gerechtigkeit aufzugreifen. Dabei können einzelne Stationen stärker auf Kinder, andere eher auf Erwachsene ausgerichtet sein.
Bezug zum Alltag
Auch wenn der traditionelle Kreuzweg 14 Stationen umfasst, besteht dieser Kreuzweg aus sechs, höchstens sieben Stationen. Nach dem Hören eines Bibeltextes machen sich die Teilnehmenden gemeinsam auf den Weg. Dieser ist bewusst gewählt: Die Stationen verankern den Kreuzweg in der Umgebung und stellen einen Bezug zum gesellschaftlichen Kontext her. «Wenn es um die Verurteilung Jesu geht, dann stehen wir zum Beispiel vor dem Pranger beim Rathaus. Es ist nicht nur ein individueller Weg, den Jesus ging, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Umwelt», erklärt Giuseppe Corbino. Dem Vorbereitungsteam ist wichtig, dass sich Bezüge zum heutigen Leben herstellen lassen. «Das», so meint Giuseppe Corbino, «ist besonders für Kinder wichtig.» Die Station mit Simon von Cyrene, der Jesus hilft, ist für sie gut nachvollziehbar. Ergänzend dazu gibt es besonders für die Kinder gestalterische Elemente. Vielleicht ist es gerade diese schlichte Form des Unterwegsseins, die erklärt, warum sich Kinder und Erwachsene immer wieder neu darauf einlassen.